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Durch das Spätfrostereignis am 12. Mai 2020 lag die Erntemenge im Herbst 2020 im Thüringer Weingut Bad Sulza nur bei ca. 40% im Vergleich zu den letzten Jahren. Diese enormen Einbußen waren durch Zukäufe an Saale-Unstrut nicht auszugleichen, zumal viele Winzer im Anbaugebiet eine ebenso kleine Ernte eingefahren haben. Dazu kommt nun noch der Winterfrost vom Februar 2021...


Dennoch wollen wir unsere Kunden weiterhin beliefern und haben deshalb ausnahmsweise in den großen Deutschen Weinbaugebieten Wein zugekauft, der nach unseren Qualitätsvorgaben produziert wurde. Aus rechtlichen Gründen der Weinbezeichnung dürfen diese Weine nicht unter dem Begriff „Weingut“ abgefüllt werden, Weinguts-Weine müssen in den eigenen Weinbergen erzeugt werden. Deshalb tritt der Chef des Weinguts mit dem „Weinhaus Andreas Clauß“ selbst auf dem Etikett auf. Für die vier „Deutschen Weine“ haben wir eine neue Etikettenserie entwickelt und sie nach den Namenstagen der Eisheiligen benannt, um damit eine Verbindung vom Naturereignis dieser kalten Tage im Mai 2020 zu den neuen Weinen herzustellen. Der Bezug dieser Weine zum Thüringer Weingut Bad Sulza ist durch die bekannte Formgebung des Etiketts, die abgeschnittene Ecke, gegeben.


Spätfrost im Mai 2020


Frostschäden Frostschäden-Detail

Über Nacht sind die bereits grünen Triebe am Rebstock vollständig erfroren


Winterfrost im Februar 2021


Normaler Verlauf Normaler Verlauf

nur ganz wenige Augen (Knospen) treiben in diesem Frühjahr aus.


Nach der kleinen Ernte 2020 waren wir guten Mutes in 2021 wieder ein normales Weinjahr zu bekommen. Aber die Natur lässt sich nicht von unserem Wunschgedanken beeinflussen. Mitte Februar 2021 sankt die Tiefsttemperatur auf unter -20 °C, in unserem Auerstedter Weinberg sogar auf -27,9 °C. Damit folgt dem Spätfrostereignis vom Mai 2020 direkt der Winterfrostschaden im Februar 2021, was uns Winzer vor eine große Herausforderung stellt.


Dieses direkte Aufeinandertreffen von zwei extremen Frostschäden kannte man an Saale-Unstrut in den letzten Jahrzehnten nicht. Es bestätigt sich, was die Klimaexperten immer wieder andeuten, dass trotz Klimawandel (Temperaturzunahme) die Extreme in die andere Richtung nicht ausbleiben. Diese Aussage können die Winzer an Saale-Unstrut nun leider bestätigen. Eine kalte Nacht reicht, um die Ernte eines Jahres schmerzlich zu reduzieren! Diese naturbedingte Situation zeigt, dass wir uns trotz Klimawandel nach wie vor an der nördlichen Grenze des weltweiten Weinbaus befinden.