Der Dornburger Schloßberg

Andreas Clauß in DornburgUnterhalb des Schlossensembles befindet sich die mit Reben bepflanzte Weinbergslage „Dornburger Schloßberg“. Bekannt ist der Weinbau im Saaletal bereits seit dem 12. Jahrhundert, seine Blütezeit ist jedoch erst im 16. und 17. Jahrhundert zu verzeichnen. Nachdem Schädlinge, wie Reblaus und Mehltau, den Weinbau in Dornburg und Umgebung fast zum Erliegen brachten, wurde der Dornburger Weinberg von der Goethe-Gesellschaft um 1922 wiederhergestellt. Insbesondere der langjährige Kurator der Dornburger Schlösser, Hans Wahl, setzte sich für die Wiederherstellung der Anlagen ein. Um 1955 begann die NFG die Flächen zu roden und neu zu bepflanzen. 1982 wurde der Freundeskreis des Goethe-Nationalmuseums neu gegründet und widmete sich mit großem Interesse insbesondere dem Weinberg. 1999 wurde durch den Verein das Weinbergshäuschen errichtet.(1) Seit dem Jahr 2008 wird die kulturhistorische Fläche, die sich in sechs Weinbauterrassen gliedert, vom Thüringer Weingut Bad Sulza, im Auftrag des Freundeskreises Goethe Nationalmuseum e.V. und der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, bewirtschaftet.

 

 

Dornburger Schloßberg – regionale Weine

Das Etikett des Weines „Dornburger Schloßberg“ zeigt den Blick über die Terrassen, hinauf zum Rokoko Schloss, das aus dem 18. Jahrhundert stammt und bereits von Goethe besucht wurde. In dem regionalen Wein spiegeln sich der Boden und das Klima des Thüringer Saaletals wieder und verleihen ihm seine einzigartige Identität.

 

 

Der Weinbau in Dornburg

Die Steilterrassen sind aufgrund der alten Pfahlerziehung ausschließlich per Handarbeit zu pflegen. Zirka 1200 Rebstöcke wachsen auf der nach Südosten ausgerichteten Einzellage. Aufgrund des sonnigen Standortes können die Trauben optimal heranreifen und einen aromatisch-fruchtigen Weißwein hervorbringen. Starke Frostschäden erforderten, aufgrund des kalten Winters im Jahr 2009, das Roden der alten Rebstöcke und das Neubepflanzen der Anlage. Die neue Rebsorte Johanniter ist widerstandsfähig gegen Frost und Mehltaupilze, sodass der Pflanzenschutz auf ein Minimum reduziert werden kann. Der Wein ist von vielfältigen Aromen geprägt, die im Geschmacksbild den Weinen des Rieslings, Silvaners und Weißburgunders ähnlich sind. Eine der sechs Weinbauterrassen ist mit ausgewählten alten Rebsorten bepflanzt. Dieser alte Bestand trägt zum Erhalt z.T. selten gewordener Sorten bei und bewahrt das weinkulturelle Erbe in Thüringen.

 

 

Das Thüringer Weingut Bad Sulza

Der HofDas Thüringer Weingut Bad Sulza war 1992 das erste Weingut Thüringens, das von Andreas Clauß geleitet wird. Der gebürtige Esslinger bewirtschaftet mit dem Weingut mittlerweile 45 Hektar Reben in und um Bad Sulza, in Jena-Kunitz den Grafenberg und die historischen Terrassen unterhalb der Dornburger Schlösser.

 

 

 

 
(1) Quelle: „Goethe, Dornburg und der Wein, Hrsg. Dieter Höhnl und Dr. Jochen Klauß,
im Auftrag des Freundeskreises Goethe-Nationalmuseums e.V., S. 5-8